Licht am Ende des Tunnels

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Geh mein Herz

Geh mein Herz zu deinem Sinn,

Wend´ dich zu all dem Guten hin.

Schau nur nach vorn und nie zurück,

Denn all das nur bringt dir jetzt Glück.

Den Schmerz, ich bitt´ dich, lad ihn ein,

Bei dir ein frommer Gast zu sein.

Lass ihn nicht einsam steh´n im Regen,

Nur so Herz schaffst du es zu vergeben.

Lass deinen Groll und deine Gier

Sich lösen durch mich sachte,

Mein liebstes Herz, ich wünsche mir

Das was ich dir einst brachte.

Ich bin bei dir und flieg mit dir

hinauf bis zu den Sternen,

Komm bitte jetzt und nun und hier

Wir können alles lernen.

Hab du Geduld mit dir und mir,

Ich weiß wir werden fliegen.

Doch gibt es noch was Kleines hier,

Dann werden wir bald siegen.

Ein weinend Aug, ein lachendes,

So steh´n wir da und seh´n,

Ich weiß genau wir schaffen es,

Es wird schon alles geh´n!

Der Wind steht still an unsrem Strand,

Er wartet schon darauf,

Drum mein Herz geh und steig hinauf,

Lass mich aus seiner Hand.

Zufrieden sein

Zufrieden ist wer sich nicht bindet,

An allem die Vergänglichkeit empfindet,

Sich liebt und für sein eigen Leib,

Sich einsetzt und für sich oft bleibt.

 

Zufrieden sein das heißt für mich:

Bleib du du und ich bleib ich.

So treffen wir zusammen dann

Und schaun uns beide wirklich an.

 

Das ist was ich zufrieden nenne,

So kommt der Hahn zu seiner Henne.

So wenig braucht man für das Glück,

So liebste Seele, komm zurück.

 

Bleib bei mir jetzt für alle Tage,

Und sag mir bitte falls ich frage,

Genau was wo und wer ich bin,

Denn so nur macht es für mich Sinn.

 

Trag mich zur Stille und zum Frieden

Und lass die Dinge einfach liegen.

Sie schenken uns nur wenig Glück,

Jetzt weiß ich es und komm zurück.

 

Kein Leben ist auf dieser Erde,

Was sein soll krank und schal,

Es wachsen wir so wie die Berge

Im Leben nur durch Qual.

 

Die Werte sind sich am verwischen,

Das Leben ist ein harter Weg,

Doch wenn wir´s schaffen und erwischen,

Führt in den See ein Steg.

 

Trau dich du liebe Seele nun,

Tauch ganz tief in ihn ein

Und sieh was er dir zeigt – im Tun

Lass einfach alles sein.

 

Gefühle tauchen vom Grund auf,

Wollen gesehen sein,

Sie lachen und sie sind gut drauf,

Du liebste Seele mein.

 

Nun weißt du jetzt was ich hier nenne

Und ich, ich wünsche dir: erkenne,

Dass deine Seele in dir ruht

Und Zufriedenheit – sie tut uns gut.

 

(Katrin Kluge)

Freiheit

Freiheit benötigt Mut.

Es ist eine komische Sache. Viele Jahre sehnen wir uns nach Freiheit. Nach dem überwinden aller Grenzen in uns und um uns herum.

Wir kämpfen dafür, tun alles, um sie zu erlangen.

Doch wenn wir unser Ziel erreichen und freier werden, bleibt die Angst zurück…

Was wollen wir nun damit anfangen? So viele Wege öffnen sich und man kann sich kaum noch entscheiden für einen.

Wir fühlen, wie gut sie uns tut, diese Freiheit und doch ist es, als ob wir uns nicht trauen, sie wirklich ganz zu leben.

Etwas in uns sehnt sich nach den Ketten, die wir einst angelegt hatten, braucht Struktur, Sicherheit und Festigkeit, Beständigkeit.

Doch letztlich sind all diese Dinge doch nur Illusionen.

Es gibt weder Sicherheit noch Beständigkeit und Struktur und Festigkeit sind Ordnungssysteme, die wir selbst erschaffen…

Was ist es also, was die Angst vor der Freiheit ausmacht?

Ich glaube, es ist die Angst, sich ganz zu befreien, nur für sich zu entscheiden, ohne jeglichen Zwang im Aussen oder Innen.

Es ist die Angst, etwas wirklich zu verändern und uns zu befreien.

Es ist die Angst, dass nichts mehr sagt: Tu dieses und lass jenes…

Es ist die Angst, uns selbst wirklich und wahrhaftig zu begegnen und unsere Macht über unser Leben ganz anzunehmen.

Es ist der Zweifel am Leben, der uns nicht vertrauen lässt darauf, dass alles gut ist und gut wird. Der kleine Teufel, der uns anbinden möchte, wieder und wieder.

Doch was, wenn wir es wirklich schaffen uns zu befreien und zu vertrauen?

Wie werden wir uns entscheiden?

Für den Engel der Freiheit oder den Teufel des Zweifels und der Angst?

Können wir denn überhaupt wieder zurück in dieses Gefängnis, das wir uns selbst und andere uns erschaffen haben?

Ist es möglich, wieder umzukehren und zurück zu gehen in die scheinbare Sicherheit, wenn man sich einmal daraus befreit hat und den Duft der Freiheit gerochen und geschmeckt hat?

Was wollen wir nun tun?

Wohin wird die Reise gehen?

Haben wir den Mut, uns zu verändern oder nicht?

Können wir alles loslassen, was uns die Freiheit verwehrt, inklusive unserer eigenen Gefühle und Denkmuster?

Ja, wir können es.

Doch es braucht Mut.

Es braucht Zeit.

Es braucht Geduld.

Es braucht Mitgefühl mit uns selbst.

Es braucht Vertrauen.

Es braucht uns.

In diesem Sinne, habt einen wundervollen Tag.

 

(Katrin Kluge)

 

 

Lebe deine Ambivalenz!

Viele von uns kennen das: Wir wollen hin, wir wollen weg, wir wollen Nähe und Distanz, wir wollen praktisch arbeiten, wir wollen mit dem Kopf arbeiten, wir wollen faul sein, wir wollen viel leisten und erreichen, wir wollen so vieles…

Oft ist es so, dass es scheint, als wären die Dinge nicht vereinbar…Als wären sie zu unterschiedlich als dass wir beides leben könnten…

Wie soll man auch gleichzeitig in einem praktischen Beruf und in einem Beruf, der den Kopf fordert arbeiten?

Der Trugschluss, der daraus oft entsteht, ist, nicht zuletzt durch eine gesellschaftliche und erzieherische Sicht geprägt, dass wir denken, wir müssten uns für eines entscheiden. Dass wir uns verachten und immer wieder Teile von uns abspalten, um so zu sein, wie die anderen denken, dass es richtig ist.

Wir verbiegen uns, gehen einer Neigung nach und schließen die andere als Möglichkeit aus.

Doch irgendwann kommt die verdrängte Seite wieder ans Licht, will gesehen werden und erkämpft sich dies mit voller Wucht.

Dann drehen wir uns, beginnen von vorne, ändern Dinge und wenden uns der anderen Seite zu.

Die erste Zeit fühlen wir uns gut, denken, dass wir uns wirklich verändert haben, dass wir stolz auf uns und unseren Mut zur Veränderung sein können und dass jetzt alles anders wird.

Doch nach einer gewissen Zeit stellt sich die Zerrissenheit wieder ein. Das Gefühl der Leere ist wieder da, die Langeweile wächst und wir sehnen uns erneut nach einem Wandel, denken, dass wir doch die falsche Entscheidung getroffen haben und gehen zurück. Dann wenden wir uns wieder der anderen Seite zu, die wir nun verdrängt hatten und das Spiel beginnt von vorn.

Wie ein Pendel pendeln wir von einem Beruf zum anderen, von einem Partner zum anderen, von einem Ort zum anderen und verstehen nicht, warum wir nicht ankommen.

Irgendwann glauben wir den anderen, dass wir nichts erreichen können so und suchen den Fehler in unserer Persönlichkeit.

Doch wo ist der Fehler?

Wie können wir unseren Weg finden?

Ganz einfach:

Indem wir uns mit all unseren Seiten, Interessen und Neigungen voll und ganz annehmen und verstehen, dass wir beides sein können. Es geht nicht darum sich zu entscheiden, denn wer sagt denn, wie das Leben zu laufen hat? Wer sagt denn, dass wir uns entscheiden müssen um in ein Raster zu passen, dass früher unausweichlich war? Wer sagt denn, dass es nur den einen Weg gibt, der zum Glück und zu Erfolg führt?

Es sind unsere Prägungen, die Meinungen von unseren Eltern, den anderen und der Gesellschaft, die wir uns irgendwann zu eigen gemacht haben und von denen wir nun denken, sie seien wahr und richtig…

Die jetzige Zeit hat 1 Million Wege und sie stehen jedem offen. Die Sozialpsychologie hat erklärt, dass dies das Problem der jetzigen Generation ist…Zu viele Wege, was dazu führt, dass man sich nie ganz entscheidet, weil man immerzu Angst hat, sich falsch zu entscheiden…

Doch warum? Vielleicht gehört zu diesem Wandel, der sich schon seit vielen Jahren durch die Gesellschaft zieht ein Umdenken?

Vielleicht geht es nun darum, die Chancen zu sehen, die uns der Wandel der Familie und Ehe, die Öffnung vieler Wege im Arbeitsleben, die schnelle Verfügbarkeit jeglicher Information durch das Internet und so weiter bringen.

Es ist in Ordnung, neue Wege zu gehn, die vor einem noch nie ein Mensch beschritten hat.

Es ist in Ordnung, sich seine Arbeit aufzusplitten und zum einen zB. einem Bürojob und zum anderem einem kreativen oder handwerklichen Beruf auszuüben. Es ist in Ordnung, sowohl angestellt, als auch selbstständig zu sein. Es ist in Ordnung, einen Menschen zu lieben und trotzdem Freiheiten zu haben. Es ist in Ordnung, für beides im eigenen Leben Platz zu schaffen und es zu leben.

Die Chance besteht darin, sich selbst ganz zu akzeptieren. Sie besteht darin, zu verstehen, dass es manchmal gar nicht nötig ist sich zu entscheiden. Manchmal reicht eine neue Sicht auf die Situation schon aus und es ergeben sich wunderbare Fügungen.

Denn plötzlich ist man ganz bei sich. Alles darf sein, nichts muss im Dunkeln warten und unterdrückt werden, alles darf ans Licht kommen.

Dies ist einfach wunderbar und der Weg, der die Ambivalenz in unserem Leben wirklich verändern kann.

Entscheide dich jetzt und hier für dich.

Entscheide dich dafür, es einmal anders anzugehen. Entscheide dich für dich und gegen die Entscheidung, die du nur halbherzig triffst um zu gefallen, zu funktionieren und ins Raster zu passen.

Geh deinen ureigenen Weg und lass dich von niemandem zertrennen! Denn nur wer ganz ist und ganz lebt kann ganz ehrlich wahres Glück erfahren.

(Katrin Kluge)